Geschrieben von Jan Harder
Mit großem Theater unausgeschlafen aufstehen, erstmal eine knappe Stunde unter der Dusche verschwinden, Frühstück mangels Zeit ausfallen lassen und trotzdem noch die Fahrgemeinschaft verpassen. Ein ganz normaler Tag in Sims 1. Und schaffte es der Sim doch zur Arbeit, kam er am Nachmittag völlig ausgepowert nach Hause, was ihn aber nicht davon befreite noch das eine oder andere Stündchen mit dem Pflegen von Freundschaften verbringen zu müssen. Keine Frage, wir alle haben am ersten Teil viel Spaß gehabt, doch der Alltag geriet regelmäßig durcheinander. Spätestens die AddOns machten Schluss mit jedem geordneten Tagesablauf.
Maxis hat aber offenbar ein Wörtchen mit seinen chaotischen Sims gewechselt und die digitalen PC-Bewohner zu mehr Ordnung und Verstand im Alltag ermahnt – mit Erfolg. Vieles verläuft in Sims 2 nun reibungsloser, alles geht spürbar schneller und so manches erscheint nun plausibler. Und als Spieler rauft man sich nicht mehr alle Nase lang die Haare, weil sich die Sims gerade mal wieder weigern das zu tun, was man von ihnen wollte.
Einer der zeitraubensten Unsitten der Sims war ihr Unvermögen den richtigen Weg zu finden. Und wenn es mal wieder irgendwo nicht weiterging, blieben sie einfach stehen oder beschwerten sich erstmal eine Weile. Das ist vorbei! In Sims 2 stehen sich die Hausbewohner erstaunlich selten im Weg. Sie kommen fast immer irgendwie aneinander vorbei. Sogar Treppen nutzen sie nun zu mehreren gleichzeitig. Und wenn es wirklich einmal nicht weitergeht, dann stehen sie nicht erstmal eine Weile planlos herum, sondern gehen nach wenigen Sekunden wieder ihrem Weg nach. In den ärgsten Fällen haben wir sogar erlebt, wie das Spiel notfalls schummelt und einen Sim durch den anderen hindurchgehen lässt. Nicht schön, aber uns doch immer noch lieber, als wenn erstmal für ein paar Minuten gar nichts mehr geht!
Wir waren überrascht, wie viel Zeit die Sims allein durch diese Verbesserung sparen. Der Tagesablauf wird dadurch gleich um einiges entspannter und wenn man einen Sim von A nach B schickt, dann kann man sich auch sicher sein, dass er da auch ankommt, anstatt dass er wie früher plötzlich und unerwartet auf dem Klo wiederzufinden ist.
Schon beim ersten Spielen fallen einem viele Kleinigkeiten auf, die das Leben reibungsloser machen. Kocht ein Sim beispielsweise für den ganzen Haushalt, so deckt er auch gleich für die gesamte Sippe. Und die Familienangehörigen, die sich dazugesellen warten nicht etwa, bis das Essen auf dem Tisch steht, sondern setzen sich mitunter schon, während das Essen gerade noch gereicht wird. Und da auch die ewige Beschwererei aus dem Vorgänger weitestgehend abgeschafft ist, wird noch mehr Zeit gespart. Ein Sim der nach seinem Empfinden ein wenig zu früh aus dem Bett muss meckert nicht mehr 20 Sim-Minuten über die entgangene Nachruhe – er steht einfach auf. Auch das wirkt sich auf das Spiel ausgesprochen angenehm aus.
Eine der häufigsten Fragen aus der Community ist kurioserweise, ob die Sims noch immer so oft aufs Örtchen gehen. Wenn wir einmal von den Rentnern absehen, die diesbezüglich ja bekanntlich in ihrer eigenen Liga spielen, haben die Sims nun eine gutmütigere Blase. Ihr dürft also beruhigt sein und braucht euch nicht mehr ständig darum sorgen, dass der Teppich ruiniert wird. So ist es durch die Bank mit allen Bedürfnissen – alle Werte halten sich länger und stehen damit nicht mehr so sehr im Vordergrund wie im Vorgänger.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die Tatsache, dass die Arbeitgeber der Sims nun nicht mehr solche Sklaventreiber zu sein scheinen wie früher. Berufstätige Sims dürfen nun auch mal aufs Örtchen und Mittagspause machen. Das macht sich dadurch bemerkbar, dass sich die Werte während der Arbeitszeit der Sims auf magische Art verändern. Mittags schnellt der Hungerwert beispielsweise immer wieder in den grünen Bereich zurück. Da macht es auch nichts mehr, wenn der Sim am Morgen mal sein Frühstück verpasst. Kommt der Sim nach Hause ist er weitestgehend fit – nur der Energiewert ist gesunken. War der aber vor dem Arbeitsantritt noch voll, so ist er am Feierabend meist noch zur Hälfte aufgeladen – genug Power also, um den Tag zu überstehen ohne umzukippen.