Geschrieben von Dirk Meidel
Kurz vor 9 Uhr wurden die Eingänge geöffnet. Das bedeutete jedoch, dass die ganzen Besucher erstmal in die riesige Glashalle der Leipziger Messe durften. Die restlichen Hallen mit den verschiedenen Ständen waren über Glasröhren zu erreichen, welche noch bis 9 Uhr geschlossen blieben. Nun hatte jeder Aussteller noch bis 9 Uhr Zeit, sich in Sicherheit zu bringen, bevor er von einer Horde kreischender Jugendliche niedergetrampelt wurde,die sich einen Platz an irgendeinem Computer sichern wollten. Wurden die Röhren freigegeben, dauerte es keine 30 Sekunden und die ersten stürmten den EA-Stand. Das wichtigste in diesem Moment, um nicht überrannt zu werden ... in Deckung gehen.
War irgendwo ein PC frei, wurde dieser sofort angesteuert und besetzt, um dann erst festzustellen "Oh das Spiel mag ich ja eigentlich gar nicht!" Aber egal ... hauptsache ein freier PC.Sobald ein anderer PC frei war, wurde möglichst schnell gewechselt -in der Hoffnung ein Spiel vorzufinden, welches man auch wirklich antesten möchte. Diese Wechsel fanden so schnell statt, dass sich einige fast selbst stranguliert hätten, weil sie beim Wegrennen vergessen hatten, die Kopfhörer abzunehmen. Zum Glück bekam man als Promoter nach kürzester Zeit einen Blick für diese schnellen Wechsel undsomit konnte man immer noch schnell nach den Kopfhörern greifen, bevor die Besucher losstürmten und sich selbst mit dem Kopfhörerkabel erwürgten ;)
Aber im Vergleich zu den folgenden Tagen war auch der Donnerstag noch überschaubar.
Freitag und Samstag hatte die Messe von 9-20 Uhr offen, da an diesen Tagen mit besonders vielen Besuchern zu rechnen war. Und das mit gutem Grund, denn die Messe wurde extrem voll! Doch zuerst, wie an jedem Morgen ... in Deckung gehen und die Besucher vorbei rennen lassen. Bei diesem morgendlichen Ritual wurde aber auch schnell kar, dass der EA-Stand einen kleinen baulichen Fehler hatte. Wenn ihr euch das folgende Bild anseht, könnt ihr ganz links vor der hübschen Promoterin eine Plexiglassscheibe erkennen. Die Wii-Stationen waren um die Bühne verteilt und jede Station war durch eine dieser Scheiben getrennt.Der Nachtteil nur an dieser äußersten Scheibe ist, dass sie genau so gebaut war, dass jeder, der einen möglichst kurzen und schnellen Weg über den EA-Stand nehmen wollte, sich mit dieser Scheibe konfrontiert sah (oder meistens eben NICHT sah).
Da jeden morgen grundsätzlich um 9 Uhr JEDER den schnellsten und kürzesten Weg nehmen wollte/musste, war es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten in voller Geschwindigkeit an der Scheibe klebten. Respekt an die Hersteller, die Scheiben halten ganz schön was aus. Leider ging alles so schnell, dass selbst ein schrilles "Achtung!" einiger Promoter nichts mehr nützte. Der Bremsweg wäre auch definitiv zu lang gewesen. Selbst wenn man sich wagemutig davor stellte, schafften es einige beim Rennen doch noch, ein Stück von der Scheibe zu erwischen. Unzählige Mädels mussten ihr Make Up, was Morgens noch mit Mühe aufgetragen wurde, an der Plexiglasscheibe zurücklassen.
In kürzester Zeit sammelten sich die verschiedensten Gesichtsabdrücke (meistens geschockte) auf der Scheibe, was allerdings den Vorteil mit sich brachte, dass die Scheibe mit den ganzen Abdrücken für die nachfolgenden Besucher sichtbar wurde. Aber nicht nur Besucher landeten an der Scheibe, auch Fuchur fand sich an selbiger wieder ... das kommt davon wenn man an dem begehrten Schlüsselband herumspielt und nicht auf den Weg achtet.
Die restliche Zeit des Tages verlief ganz ohne Unfälle. Die Stationen waren meistens belegt, obwohl es auch ab und zu Phasen gab, an denen fast niemand an den Computern stand. Was bei dem Spiel Castaway für den Nintendo DS zu beobachten war, dass Spieler, die sich mit dem DS schon sehr gut auskannten, oftmals sehr lange und intensiv spielten.
Selbstverständlich wurde neben den vielen Spielen den Besuchern auch ein ausgefallenes Bühnenprogramm geboten. Unter anderem waren einige Bands zu Gast wie "Lexington Bridge" oder "Halts Maul und Spiel" ... fragt nicht nach, wir kannten die Band auch nicht. Aber nach dem Kreischkonzert einiger Mädels wohl doch eine bekannte Gruppe.